Dienstag, 4. November 2014

Fragmente

Dichter Nebel umgab ihn als er langsamen Schrittes aus dem Wald hervortrat. Wie lange mochte er durch diesen Wald geirrt sein bis er endlich einen Weg hinaus gefunden hatte. Jegliches Zeitgefühl war ihm abhanden gekommen, der letzte Kontakt mit einer so genannten Zivilisation erschien nur noch diffus vor seinem geistigen Auge. "Hatte ich für die Herberge überhaupt gezahlt? Bin ich eigentlich jemals dort gewesen? Oder hat mir der Zauber dieses düsteren Waldes solch eine Illusion nur vorgetäuscht?" Immer wieder stellten sich ihm solche Fragen ohne dass er etwas dagegen unternehmen konnte, denn nicht er stellte diese Fragen sondern sie wurden ihm gestellt. Er stapfte weiter durch den Schnee und versuchte krampfhaft sich an so etwas wie einen Weg zu halten der ihn wohin auch immer bringen sollte. So setzte er einen Fuß vor den Anderen und die Zeit verging. Die Sonnenstrahlen vermochten den Nebel nicht zu durchdringen und ehe er sich des Tages überhaupt bewusst geworden war trat auch schon die Dämmerung ein. Dies war nun der hellste Moment des Tages, denn die Sonne schickte ihre Strahlen waagerecht unter dem Nebel hindurch. Doch ehe er sich an diesem Umstand erfreuen konnte schlug auch schon die Dunkelheit der Nacht mit aller Unbarmherzigkeit zu als hätte es dieses Ereignis nie gegeben. Die Stille war bedrückend, während im Wald hin und wieder mal ein Vogel zu hören gewesen war, oder ein Eichhörnchen den Weg kreuzte, so ereignislos und still war dieser Weg den er nun beschritt.
Als er eine Weile so durch die Dunkelheit getrottet war, vernahm er ein Geräusch welches aus der Richtung zu kommen schien in welche er unterwegs war. Er blieb stehen und lauschte für einen Moment, "es scheinen Stimmen zu sein, und irgendwie so etwas wie Musik, rhytmisches Schlagen..", dachte er und lief gespannt lauschend weiter in die Richtung wo es herzukommen schien. Plötzlich konnte er durch den Nebel hindurch einen leichten Schimmer vor sich ausmachen, die Silhouette eines Hauses zeichnete sich ab und in seinem Innern schien eine Gesellschaft bei Wein und Gesang zusammenzusitzen. Als er das Haus erreicht hatte spähte er durch ein Fenster hinein. An einem großen Tisch in der Mitte des Raumes saßen mehrere Männer zusammen und sangen während sie von einer jüngeren Frau mit Wein versorgt wurden. Im Kamin brannte ein Feuer und es schien sehr behaglich zu sein. "Ich könnte schon etwas zu Essen und zu Trinken vertragen", dachte er und überlegte ob er klopfen sollte. Als es nun auch noch zu regnen anfing packte er all seinen Mut zusammen und stellte sich vor die Tür um anzuklopfen. Er hob den Arm und klopfte dreimal mit der Faust gegen die Tür. Sofort war Stille. Eine beklemmende Stille. Er fragte sich wie die da drin auf einmal so extrem leise sein konnten, wo doch gerade noch gesungen worden war und das Mädchen eine Runde Wein ausgeschenkt hatte. Er ging zum Fenster und sah nochmals hinein. Nun saß nur noch einer der Männer an dem Tisch, den Kopf mit der Stirn auf den Tisch gelehnt. Es wirkte als sei er eingeschlafen. 
Nun trat er wieder zur Tür und betätigte die Klinke, die Tür ging auf. Als er den Raum betrat war alles so wie er es eben noch durch das Fenster gesehen hatte. Er ging hinüber zu dem Tisch an dem der Mann saß, er sah alt aus und vom Leben gezeichnet. Die anderen Gläser die auf dem Tisch standen waren fast alle noch halbvoll und so fragte er den Mann, wo denn die anderen Gäste auf einmal hingegangen seien. Der Mann hob langsam seinen Kopf und starrte den Fremden fassungslos an.
"Dafür sind sie selbst ganz allein verantwortlich. Was fällt ihnen ein unsere Gesellschaft durch ihr aggressives Klopfen derart zu stören? Es liegt doch wohl auf der Hand das sie so schnell wie möglich reißaus nahmen um möglichen Sanktionen zu entgehen. Ich weiß ganz genau weshalb sie hier sind, aber mich werden sie nicht so einfach einschüchtern, ich werde nicht aufgeben und mein Haus keineswegs freiwillig verlassen, da müssten sie mich schon.."
Er brach ab und starrte den Fremden an. Dieser hatte sich inzwischen auf einen Stuhl mit an den Tisch gesetzt und war mit der Stirn auf dem Tisch liegend eingeschlafen. Die Wärme des Feuers und ein Schluck Wein aus einem der Gläser hatten ihr übriges getan und dafür gesorgt, dass er nicht einmal in der Lage war die Rechtfertigungen des alten Mannes zu Ende zu hören.

Dichter Nebel umgab ihn als er langsamen Schrittes aus dem Wald hervortrat. Wie lange mochte er durch diesen Wald geirrt sein bis er endlich einen Weg hinaus gefunden hatte. Jegliches Zeitgefühl war ihm abhanden gekommen, der letzte Kontakt mit einer so genannten Zivilisation erschien nur noch diffus vor seinem geistigen Auge.


Sonntag, 2. November 2014

Kein Foto.

Und so sitzt man einfach nur da, reges Treiben, Tumulte um einen herum. Doch wen interessiert das ganze eigentlich überhaupt noch. Mich nicht. Denn so unwirklich sich die scheinbare Realität in ihr Gewand der Dunkelheit hüllt, umso mehr überkommt mich die Gewissheit das es nichts auf dieser Erde gibt, dass es lohnt sich gegen das unaufhaltbare Voranschreiten der Zeit über alle Maßen zu wehren um sich dessen nicht gewahr zu werden und einfach nur zu vergessen. Macht doch was Ihr wollt, denn ich weiß es nicht. In fieberhaften Tagträumereien verfängt sich mein Geist in den klebrigen Spinnweben der Vergangenheit, die Gegenwart ignorierend und ohne jegliches Interesse an der Zukunft. Aufklärung? Unmündigkeit? Idiot?
So kann ich doch alles in der Form halten wie es mir passt, und das Gefäß zum Überlaufen bringen, während ich genüsslich dabei zusehe wie das Blut in stetig tropfender Weise den Boden trifft und sich lachenbildend langsam in das Holz einziehend über meinem Geist ergießt. 

Kein Foto.

Dienstag, 29. April 2014

Dias

Dias, irgendwann in den Achtzigern.. Mein großer Bruder und ich.. How time flies..





Nichts ist..

Schweissgebadet herzrasend erwacht. Was geht hier bloß ab? Tief durchatmen! Runterkommen, sich in nichts reinsteigern.. Aufstehen, die Hand geht zur Wasserflasche und ergreift sie. Hastig wird der Verschluss geöffnet und das kühle Nass gleitet hinab. Prickelnde Kohlensäure. Leer ist die Flasche, auf zur Tür, durch die Dunkelheit tapsend eine neue Flasche aus dem Kasten greifend, sich klar werdend begreifen, dass nichts ist.

Nichts ist.. 






Sonntag, 27. April 2014

Käseglocke

Sinnentleerte Phrasen. Nimm den Krug und trinke ihn in einem Zug leer. Ah, ist das nicht erfrischend, das Gefühl kalten Getränks wie es die Kehle hinabläuft und sich seinen Weg über die Speiseröhre in den Magen bahnt? Die langsame aber stetig steigende Wirkung des Alkohols erhöht diese positive Konnotation und startet den Motor der heiteren Gleichgültigkeit in völliger Losgelöstheit frei von allen negativen Empfindungen. Nimm einen Zug und inhaliere den Rauch ganz tief ein..

 Hol` die Käseglocke raus, jetzt wird hart gechillt!



Mittwoch, 19. Februar 2014

Weniger Tiefen!

Wenn die Gedanken im Kreis fahren, Runde für Runde drehen und in Ihrer immer wiederkehrenden Existenz nicht wegzudenken sind. Wenn man Kreise ziehend im Achteck springt und wie ein Flummi an die Decke geht. Wenn man den Tag in seiner Unendlichkeit sich zu Ende neigen sieht, fragt man sich weshalb man all diese Bürden bloß auf sich genommen hat und ob man jemals zu einem Punkt gelangen wird an dem man die ungreifbare Freiheit spürt, welcher man sich so schwer bewusst zu werden scheint. Denn jegliche Momente in Freiheit genießen zu können, bedeutet auch, sich von allem frei zu machen und nicht nach dem nächst Höheren zu streben. Immer weiter, immer schneller, immer besser, immer schlimmer. 
Man streitet sich sogar darum, wem es denn nun möglicherweise am schlechtesten geht, und jeder möchte der Träger des Titels "Unglücklichster Mensch der Welt" sein. So als gäbe es einen Preis dafür. Der Preis für all das ist das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen. 

"Stell ma mehr Höhen ein, und weniger Tiefen!" 





Dienstag, 18. Februar 2014

Postwochenenddepression

Mein Kopf platzt in den Wolken voller Scherben. Die Lichtsituation muss für das Foto passen, oder du machst einfach nen Foto. Träume oder wache ich, irgendwer sollte doch diesen Scherbenhaufen wieder aufsammeln, um das Glas zu neuen Dingen zu formen welche dann klirrend auf dem Boden voller Tatsachen in ihre kleinsten Bestandteile zersplittern, damit Sie dies in ihrer nächsten Reinkarnation immer und immer wieder aufs Neue wiederholen können. Klirr. Krachend fällt das Besteck zu Boden, dabei habe ich noch nicht einmal aufgegessen. Das Glas knirscht bei jedem Bissen und der Mund füllt sich mit Blut, das Schlucken ist ein Graus und ich möchte gar nicht wissen, wie das noch enden soll. 

Postwochenenddepression.  





Donnerstag, 16. Januar 2014

As I feel

Mentally dead. As I feel mentally dead. Wo ist mein Kopf. Klar erschallt eine Stimme und ich versuche ihr zu lauschen, die Worte zu hören welche Sie mir mitteilen möchte, nicht reine Informationen sondern etwas Höheres, Unbegreifliches, diffus schwer zu fassendes, Entfliegendes. Gedanken ziehen vorüber und erscheinen in einem immer neuen Licht. Der Regen peitscht vor das Fenster und draußen taucht die Sonne die Welt in ihren strahlenden Glanz. Gedanken aneinanderreihend fällt ein Satz auf den Nächsten und doch habe ich eigentlich noch gar nichts gesagt. 

As I feel.